Bahnprojekt Ostkorridor

Glossar

ABS – Ausbaustrecke

Beim Ausbau werden vorhandene Strecken für Geschwindigkeits- oder Kapazitätserhöhungen erweitert.

AEG – Allgemeines Eisenbahngesetz

Das AEG dient der Gewährleistung eines sicheren Betriebs der Eisenbahn und eines attraktiven Verkehrsangebotes auf der Schiene sowie der Wahrung der Interessen der Verbraucher im Eisenbahnmarkt. Dieses Gesetz dient ferner der Umsetzung oder der Durchführung von Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaften oder der Europäischen Union im Bereich des Eisenbahnrechts, soweit diese Rechtsakte Sachbereiche dieses Gesetzes betreffen.

BIM - Building Information Modeling

Bei Building Information Modeling (BIM) können alle bei Großprojekten Beteiligten auf eine zentrale Datenquelle zugreifen. Basis hierfür ist ein 3D-Modell, in dem die Einzelplanungen aller Gewerke visualisiert werden. Im Zusammenspiel mit Kostenkalkulationen und terminlichen Entwicklungen erlauben diese Visualisierungen eine zuverlässigere Planung des Bauvorhabens und höhere Transparenz.

BIM bei der Deutschen Bahn AG (Video: DB AG)
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Weitere Informationen zum Thema BIM finden Sie unter https://www.deutschebahn.com/de/bahnwelt/bauen_bahn/bim/BIM-1186016.

Blockverdichtung

Jedes Eisenbahngleis ist auf der freien Strecke durch Signale in Abschnitte aufgeteilt, die von den Fachleuten „Blöcke“ genannt werden. Fährt ein Zug in diesen Abschnitt ein, so ist der Block besetzt. Nachfolgende Züge können erst in diesen Abschnitt einfahren, wenn der Block wieder frei ist.

Technische Details der Blockverdichtung (Grafik: DB AG)
Technische Details der Blockverdichtung (Grafik: DB AG)
Prinzip Blockverdichtung (Grafik: DB AG)
Prinzip Blockverdichtung (Grafik: DB AG)

Nach diesem Grundprinzip ist die Signaltechnik aufgebaut. Zu Beginn und am Ende jedes Blocks sind Achszähler installiert. Die Achszähler prüfen, ob die in den Block eingefahrenen Achsen auch wieder herausgefahren sind. Hat ein Zug den Achszähler am Ende des Abschnitts vollständig passiert, meldet er dies an das Elektronische Stellwerk (ESTW). Dieses stellt Weichen und Signale elektronisch, so lassen sich ganze Strecken zentral steuern.
Die Anzahl der Blöcke definiert also, wie viele Züge gleichzeitig in einem Streckenabschnitt fahren können. Durch das Aufstellen zusätzlicher Signaltechnik kann die Anzahl der Blöcke erhöht werden. Die Folge: Im selben Streckenabschnitt können mehr Züge fahren, ohne dass dabei die Sicherheit beeinflusst wird. Die Blockverdichtung trägt somit zu einer Steigerung der Streckenkapazität bei.

BSchwAG - Bundesschienenwegeausbaugesetz

Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Website "Gesetze im Internet" des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

BÜ - Bahnübergang

Bahnübergänge sind höhengleiche Kreuzungen von Eisenbahnen mit Straßen, Wegen und Plätzen. Übergänge, die nur dem innerdienstlichen Verkehr dienen, und Übergänge für Reisende gelten nicht als Bahnübergänge.

BVWP - Bundesverkehrswegeplan

Die Gesamtstrategie für den Aus- und Neubau der Infrastruktur in Deutschland erstellt die Bundesregierung. Zentrales Planungsinstrument ist der Bundesverkehrswegeplan (BVWP). Der BVWP steckt den Rahmen für die anstehenden Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur des Bundes sowohl für Erhaltung, als auch für Aus- und Neubau ab und priorisiert die verschiedenen Vorhaben, um diese gemäß der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel realisieren zu können. Gesetzeskraft erhalten die Inhalte des BVWP durch die Überführung in das Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSchwAg), das vom Parlament beschlossen wird. Planung und Umsetzung der Maßnahmen übernimmt die DB Netz AG im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums (BMVI).
Großbauprojekte: Schritt für Schritt zum Schienenweg (Video: DB AG)
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Weitere Informationen zum Bundesverkehrswegeplan finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur.

EBO – Eisenbahnbetriebsordnung

Die EBO regelt den Bau, den Betrieb oder die Benutzung von Bahnanlagen.
Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Website "Gesetze im Internet" des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

EkrG – Eisenbahnkreuzungsrecht

Dieses Gesetz gilt für Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen
Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Website "Gesetze im Internet" des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

Elektrifizierung

Unter dem Begriff Elektrifizierung versteht man die Ausrüstung von Gleisstrecken mit Oberleitungen, zur Versorgung elektrisch betriebener Bahnen. Investitionen in die Elektrifizierung verbessern die gute Umweltbilanz des Schienenverkehrs und steigern die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber anderen Verkehrsträgern. Zum Vergleich: Eine Diesellok stößt im Güterverkehr im Schnitt pro Tonnenkilometer 1,5 Mal mehr CO2 aus als eine E-Lok. Im Schienenpersonennahverkehr liegt der Faktor bei etwa 1,2 pro Personenkilometer.

ESTW – Elektronisches Stellwerk

Elektronische Stellwerke ermöglichen eine effizientere und wirtschaftlichere Betriebsführung, denn Dank der rechnergesteuerten Technik können Weichen und Signale in wesentlich größeren Streckenbereichen gestellt werden. Von dort wird der Zugverkehr von den Fahrdienstleitern an Monitoren überwacht und gesteuert.

EÜ – Eisenbahnüberführung

Eine EÜ ist eine nicht höhengleiche Kreuzung zwischen Straße und Schiene.

Grunderwerb

Arten der Inanspruchnahme:

Vorübergehend in Anspruch zu nehmende Flächen:
Diese Flächen, werden nur während der Bauzeit genutzt und nach Bauende den Eigentümern oder Nutzungsberechtigten zurückgegeben. Entschädigungen für Nutzungsrechte, Ertragsausfälle, Wirtschaftserschwernisse und eventuell notwendige Rekultivierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen werden durch Vereinbarungen geregelt.

Beispiele: Baustellenzufahrten, Lagerflächen und Arbeitsstreifen.

Erwerb von Flächen zu Eigentum:
Müssen das Grundstück oder Teile eines Grundstücks für die geplanten Maß- nahmen tatsächlich dauerhaft in Anspruch genommen werden, erwirbt die Bahn die Fläche. Neben dem Eigentümer werden auch Pächter für den Verlust ihrer Bewirtschaftungsmög- lichkeit auf Basis unabhängiger Sachverständigengutachten entschädigt.

Beispiele: Neue Gleisanlagen, Dämme oder Verkehrsstationen, Verlegung von Straßen und Gewässern.

Grundlagenermittlung

  • Entspricht der HOAI Leistungsphase 1
  • Klärung und Festlegung der Aufgabenstellung unter Berücksichtigung der Randbedingungen und Planungsabsichten
  • Ermittlung des Leistungsumfangs
  • Bestandsaufnahme

HOAI – Honorarordnung für Architekten und Ingenieure

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ist eine Verordnung des Bundes zur Regelung der Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen in Deutschland.

Kartierungen

Bei einer Kartierung werden über einen längeren Zeitraum verschiedene Tier- und Pflanzenarten im gesamten Streckenabschnitt erfasst. So lässt sich erkennen, in welche Lebensräume die künftigen Baumaßnahmen eingreifen. Daraus leitet sich die weitere Planung der Umweltmaßnahmen ab, zum Beispiel, welche Ausgleichsmaßnahmen bereits vor dem Bau umgesetzt werden und ob bestimmte Tiere umgesiedelt werden müssen. 

Lärmvorsorge

Lärmschutzmaßnahmen an Neu- und Ausbaustrecken nach der 16. Verordnung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG)
An Neu- und Ausbaustrecken greifen die gesetzlichen Bestimmungen der Lärmvorsorge, die in der 16. Verordnung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) festgelegt sind. Gezielte Maßnahmen zur Lärmvorsorge sind wichtiger Teil der Projektplanung und fester Bestandteil der Planfeststellungsverfahren. Werden Strecken neu gebaut oder wesentlich baulich verändert, schreibt das BImSchG vor, dass schädliche Umwelteinwirkungen von Verkehrsgeräuschen mittels aktiver und passiver Schallschutzmaßnahmen verhindert und festgelegte Lärmgrenzwerte eingehalten werden müssen.

Eine wesentliche bauliche Änderung liegt vor, wenn
  • ein Schienenweg um ein oder mehrere durchgehende Gleise erweitert wird.
  • durch einen erheblichen baulichen Eingriff der Beurteilungspegel um mindestens 3 dB (A) oder auf mindestens 70 dB (A) am Tage oder mindestens 60 dB (A) in der Nacht erhöht wird.
  • durch eine wesentliche bauliche Änderungen eine vorhandene Lärmbelastung von 70 dB (A) und mehr am Tag oder 60 dB (A) und mehr in der Nacht durch den erheblichen Eingriff zusätzlich erhöht wird.
Immissionsgrenzwerte bei der Lärmvorsorge in dB(A) (Grafik: DB AG)
Immissionsgrenzwerte bei der Lärmvorsorge in dB(A) (Grafik: DB AG)

Weitere Informationen zum Lärmschutz finden Sie im Lärmschutzportal der DB AG: http://www1.deutschebahn.com/laerm

LBP – Landschaftspflegerischer Begleitplan

Siehe UVP – Umweltverträglichkeitsprüfung.

Leistungsphasen

Bauprojekte werden nach den Leistungsphasen der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) gegliedert, welche aufeinander aufbauende und in sich abgeschlossene Teilbereiche darstellen.
  • Leistungsphase 1: Grundlagenermittlung
  • Leistungsphase 2: Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung)
  • Leistungsphase 3: Entwurfsplanung (System- und Integrationsplanung)
  • Leistungsphase 4: Genehmigungsplanung
  • Leistungsphase 5: Ausführungsplanung
  • Leistungsphase 6: Vorbereitung der Vergabe
  • Leistungsphase 7: Mitwirkung bei der Vergabe
  • Leistungsphase 8: Objektüberwachung (Bauüberwachung)
  • Leistungsphase 9: Objektbetreuung und Dokumentation

LST – Leit- und Sicherungstechnik

Zur Leit- und Sicherungstechnik der DB AG gehören alle Maßnahmen, die die Sicherheit des Bahnverkehrs gewähren. Bei der LST muss unterschieden werden zwischen der Stellwerkstechnik und dem Zugbeeinflussungssystem. Beide greifen ineinander und sorgen dafür, dass die Züge auf dem vorhandenen Gleissystem fahrplangerecht und störungsfrei fahren können.

Anstelle der bisher verwendeten Relais-Technik werden Elektronische Stellwerke (ESTW) eingesetzt. Die Bedienung der ESTW-Technik erfolgt von Betriebszentralen aus.

Planänderungsverfahren

Das Planänderungsverfahren ist das Verfahren zur Erreichung einer Baugenehmigung bei Änderungen der Planungen, wenn bereits ein rechtsgültiger Planfeststellungsbeschluss vorliegt.

Planfeststellungsverfahren

Das Planfeststellungsverfahren ist das Verfahren zur Erreichung der Baugenehmigung. In diesem Verfahren werden zahlreiche rechtliche und technische Fragen geprüft. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) prüft die Planfeststellungsunterlagen zum Beispiel auf folgende Fragen: Werden gesetzliche Vorgaben zum Lärm- und Umweltschutz eingehalten? Ist das Bauvorhaben zulässig? Öffentliche und private Belange werden dabei gegeneinander abgewogen.
Teil des Planfeststellungsverfahrens ist auch ein Anhörungsverfahren, das alle Betroffenen einbezieht. Auf Grundlage des Anhörungsverfahrens erlässt das Eisenbahn-Bundesamt den Planfeststellungsbeschluss – sozusagen die Baugenehmigung. Der Beschluss wird veröffentlicht. Wenn vor Gericht keine Klage erhoben wird, kann gebaut werden.
Verlauf des Planfeststellungsverfahrens (Grafik: DB AG)
Verlauf des Planfeststellungsverfahrens (Grafik: DB AG)

ROV – Raumordnungsverfahren

Wird ein Projekt aus dem Bundesverkehrswegeplan in Angriff genommen, folgt bei anspruchsvollen Vorhaben mit großen Auswirkungen als 2. Schritt das Raumordnungsverfahren – ein Gutachten der jeweiligen Landesbehörde, das Varianten der jeweiligen Streckenführung bewertet. Dafür werden Einzelgutachten erstellt sowie Sachverständige, Umweltverbände und Bürgerinitiativen mit einbezogen. Die Ergebnisse liegen vier Wochen lang in den betreffenden Gemeinden aus und werden meist auch im Internet veröffentlicht.

Straßenbaulastträger

Beteiligte an einer Kreuzung sind das Unternehmen, das die Baulast des Schienenwegs der kreuzenden Eisenbahn trägt, und der Träger der Baulast der kreuzenden Straße (Gesetz über Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen (EKrG), §1).

UVP - Umweltverträglichkeitsprüfung

Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist eine wichtige Grundlage der vorbereitenden Planungen. Sie erfasst die Eingriffe in die Natur durch die jeweiligen Baumaßnahmen und beschreibt die Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser, Boden, Klima, Luft, Landschaft sowie Kultur- und Sachgüter. Die UVP wird von unabhängigen Gutachtern erstellt und bildet die Grundlage für den so genannten Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP). Dieser wird durch die Deutsche Bahn AG erarbeitet und mit den zuständigen Landesbehörden so abgestimmt, dass Natur und Landschaft weitgehend geschützt und die unvermeidlichen Eingriffe durch Maßnahmen mit zumindest gleichwertigen ökologischen Funktionen kompensiert werden.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website "Gesetze im Internet".

Naturschutz bei der Bahn:
https://www.deutschebahn.com/de/nachhaltigkeit/umweltvorreiter.

Vorplanung

Die Vorplanung entspricht der HOAI Leistungsphase 2 und beinhaltet:

  • Variantenuntersuchungen
  • Vorverhandlungen mit betroffenen Behörden über Genehmigungsfähigkeit und Kostenbeteiligung
  • Beschaffung von notwendigen Unterlagen
  • Erstellen einer Kostenschätzung
  • Erarbeiten eines Planungskonzepts
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